Amsterdam: eine Reise zwischen Aufregung und Heimkommen

Ich war im Februar 2020 das letzte Mal in Amsterdam. Ich erinnere mich noch gut, wie ich am Tag vor meiner Rückreise in der Brauerei Bruut mit der sehr netten Bardame und einem weiteren Gast über Covid-19 sprach. Wir machten damals noch unsere Witze darüber, obwohl wir drei uns einig waren, dass dieses Virus auch bald nach Europa schwappen würde. Als ich die Brauerei Bruut mit leichter Schlagseite verließ, war ich nachdenklich, vielleicht sogar traurig, weil ich nicht wusste, wann ich das nächste Mal wieder nach Amsterdam fahren könnte.

Normalerweise versuche ich etwa vier Mal im Jahr nach Amsterdam zu fahren und ja, ich bin immer aufgeregt, aber ich glaube, so aufgeregt wie vor dieser bald anstehenden Reise war ich noch nie. Natürlich könnte ich auch Mal wo anders hinfahren, aber die Grachtenstadt hat eine zu große Anziehung auf mich, natürlich auch, weil in Amsterdam biertechnisch einiges passiert, das sich schwer mit anderen Städten vergleichen lässt. Meiner Meinung nach hat sich Amsterdam in den letzten Jahren – ohne es an die große Glocke zu hängen – zur Bierhauptstadt Europas gemacht. Es gibt zahlreiche Brauereien, massig Bars, die sich auf Bier spezialisiert haben, Bottelshops, De Bierkoning, Sterk und selbst in den Supermärkten findet man eine große Auswahl verschiedener Biere.

Und dann ist da diese Kneipenwelt Amsterdams, die mich schon immer angezogen hat und der ich nie wirklich gerecht werden konnte, weil die Anzahl an Kneipen, die mir gefallen würden, gefährlich hoch ist. Deswegen habe ich mir vorgenommen, dass diese Reise nach Amsterdam anders werden soll, als all die anderen davor. Ich will mehr Rad fahren als sonst und ich will häufiger die Kneipen vom alten Schlag besuchen, Kneipen, in denen alles und jeder einen Platz hat, Orte, in denen sich auf eine seltsame Art und Weise Menschen zu Gleichgesinnten vereinen, zu Menschen werden, die im Augenblick leben und sich bei guten Bieren über Gott und die Welt unterhalten, Kneipen, in denen noch der Wind des alten Amsterdams weht. Viele behaupten, dass es dieses alte Amsterdam schon lange nicht mehr gibt, aber vielleicht habe ich Glück und finde noch ein paar Überbleibsel dieser besonderen Sehnsuchtszeit.

[text: sm / foto: sm & dd

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