Mit ekelhaft schönem Frühling auf der Zunge

  Dieses kleine, schiefe Haus zog einen auf seltsame Art und Weise an und das besonders, wenn es am Samstag noch spät hochherging. Die Kneipe war nüchtern eingerichtet und es gab eine sehr steile Treppe, die in den ersten Stock führte. Aber ich traute mich nie, diese Treppe hinaufzugehen, zu groß war die Angst nicht…Read moreRead more

Wir brauchen Bier. Aber kein Bier braucht Heimat.

Überall liest man in den letzten Jahren von Heimat. Ministerien werden danach benannt. Brauchtumspflege wird staatlich stärker alimentiert als je zuvor. Trachtenvereine erleben einen Boom. Und Volkstanzgruppen sprießen gerade in den urbanen Regionen wie Pilze im Herbst aus dem feucht-muffigen Waldboden. Sich als progressiv wähnende Politiker umschwänzeln den Begriff. Selbst ein Teil der Linken platziert…Read moreRead more

Nur wer ernsthaft trinkt, sagt tiefen Unsinn

Wenn ich auf dem Rückweg zum Camping Zeeburg war, fuhr ich mit dem Fahrrad häufig am Café Waterlooplein 77 vorbei. Mal war es draußen und drinnen knackend voll und manchmal war es gähnend leer. An dem Tag, an dem ich mich entschied, die Bremse zu ziehen, war es einer dieser leeren Tage. Ich hatte keine…Read moreRead more

Von kolossalen Mutanten und Kirmesboxern

Foodpairing kann jeder – Wir machen Bier- und Musikpairing. Musik und Bier. Das sind zwei entscheidende Grundsäulen eines jeden Lebens, wenn es auch nur annähernd sinnvoll gelebt werden soll. Warum nicht einmal beides zusammen denken? In loser Folge stellen wir in dieser neuen Reihe vor, welches Bier in unserer gelebten Praxis zu welchem Song oder…Read moreRead more

Rausch/en

Jetzt saßen sie sich schon eine ganze Weile gegenüber, jeweils die Theke im 90-Grad-Winkel zur linken beziehungsweise rechten. Thomas erzählte ihr eine seiner Geschichten, die er in den letzten Tagen erlebt hatte. Keine Ahnung, worum es dabei ging. Sie kannte weder die Personen, von denen er sprach, noch die Orte. Alles Gesprochene rauschte an ihr…Read moreRead more

Es gab gute und schlimme Tage im Café De Kat in de Wijngaert

Dieser Ort, das Café De Kat in de Wijngaert, war mir ans Herz gewachsen. Hier hatte ich schon etliche Spiele von Ajax Amsterdam gesehen. Jedes Mal musste ich dabei wie verrückt leiden und meistens, wegen all des Leids und der Qualen, einiges an Bier trinken. Das Café liegt im Norden des Amsterdamer Stadtteils Jordaan und…Read moreRead more

Haiku

In der Eckkneipe Bier gibt es hier schon lang nicht mehr Erst recht keine Menschen [text & foto: dd]   Der Text erschien neben anderen im Bier-Brevier „Unser täglich Bier gib uns heute: Das Bierwort für den Tag“ (tredition, 2020). Es ist das beste Buch seit Horst Hrubeschs „Dorschangeln vom Boot und an den Küsten“….Read moreRead more

Als mich im Café Gollem ein Mönch am Kragen packte

Ich mochte wirklich alle Gollem-Cafés in Amsterdam, aber dasjenige im Raamsteeg war mir das Liebste. Wenn man reinkam, stand man sofort an der Theke und damit auch unmittelbar am zentralen Punkt der Kneipe. Nimmt man es sehr streng, dann war das eigentlich maßgeblich für jede Kneipe, die was auf sich hielt. Über eine steile Treppe…Read moreRead more

Beers and shears

Lange Zeit war ich fest davon überzeugt, dass die Friseure die Totengräber des gepflegten Wortspiels seien. Wenn sie ihren Geschäften Namen gaben, wie „Die Vier Haareszeiten“, „C haar isma“ oder „Kamm in“, immer öfter auch „HairEinspaziert“, dann drehte ich kehrtwendend auf der Schwelle um und war mir sicher: schlimmhair geht nimmhair. Aber ich sollte mich…Read moreRead more

Café `t Sluisje, sonntags mit dem Rad

Ich mochte Sonntage in Amsterdam. Allerdings versuchte ich, sie nicht irgendwo an den Grachten zu verbringen. Ich hatte immer den Eindruck, dass die Touristen dort am Sonntag noch schlimmer als sonst drauf waren, und vor allem kam es mir so vor, dass sie auf dieses schrecklich saubere Sonntagsdasein pochten, eine Sichtweise die mir schon immer…Read moreRead more